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Die Fastnachtssitzungen des Kerbvereins
Schon seit der ersten Fastnachtssitzung des Kerbvereins im
Jahr 1994, war deutlich, dass wir mit unserem Verein eine andere
Art von Sitzung ausrichten wollten, als sie in den Jahren zuvor
in Klein-Umstadt üblich war. Wir wollten weg von der
traditionellen Narrenkappe und dem teilweise doch etwas steifen
und bierernsten Gehabe klassischer Fastnachtssitzungen. Ein
"Wolle mer´n reulosse?" oder Narhalla-Marsch rückten
bei uns von Anfang an in den Hintergrund.
Bei uns war auch der Elferrat von Anfang an ein Teil der Show. In
jedem Jahr wird die Sitzung unter ein neues Motto gestellt. Der
Elferrat in andere Kostüme gesteckt und eine neue kleine
Geschichte kreiert, die als Einleitung dient und sich wie ein
roter Faden von Sitzung zu Sitzung zieht. Somit ist der Elferrat
in gewisser Weise Gastgeber und Rahmenprogramm in einem.
Begonnen hat das Ganze damit, das der ortsansässige TSV
keine weiteren Fastnachtssitzungen mehr veranstalten wollten und
wir deshalb mit unserem Kerbverein kurz entschlossen in die
Presche sprangen.
Aus dieser Situation heraus, entstand die Idee für das
Bühnenbild der ersten Sitzung des KV im Jahr 1994.
Auf dem Bühnenbild war ein untergehendes Schiff zu
erkennen und ein davonfliegender Heißluftballon. Das ganze
sollte als Synonym für den alten und den neuen Veranstalter
stehen und war Beginn der Geschichte um den Elferrat des
Kerbvereins:
Im Jahr 1994 versank der "alte" Elferrat mit seinem
Kreuzschiff im Meer nur elf Mann der Besatzung konnten sich
mit einem Heißluftballon retten und flogen davon. Weit ab
von zu Hause beschlossen sie einen "neuen" Elferrat zu
gründen und eine Fastnachtssitzung zu veranstalten.
Der Elferratspräsident im Kapitänsoutfit und der
Elferrat im Matrosenlook startete die erste Fastnachtssitzung des
Kerbvereins ´89 und wurde zu einem großen Erfolg. Das
Publikum war hin und her gerissen, zum Großteil aber
positiv Überrascht und sehr begeistert.
Im Jahr 1995 setzte sich die Geschichte des Elferrats wie
folgt fort:
Der Elferrat musste mit seinem Heißluftballon
notlanden, da sich nach einem Jahr langsam Risse in der
Hülle zeigten. Nach gelungener Landung fand sich der
Elferrat mitten im Wilden Westen wieder.
Im Sheriff-Outfit und mit 10 Hilfssheriff´s,
präsentiert der Elferratspräsident vor Saloonkulisse
die Sitzung, die nahtlos an den Erfolg des vorhergehenden Jahres
anknüpfte.
Im darauffolgenden Jahr betrat zum ersten Mal ein
"Ersatzelferrat" die Bühne. Natürlich nur als Teil der
Show und der Geschichte um den Elferrat.
Im Bauarbeiterkostümen stand der Elferrat mit Speismaschine,
Schubkarren und Spaten auf der Bühne um mit den
Renovierungsarbeiten im Bürgerhaus zu beginnen. Diese waren
von der Stadt Groß-Umstadt schon lange angekündigt und
leider genauso lange überfällig. Ein kleine Seitenhieb,
der zwar ankam aber leider von der Stadt nicht zur Kenntnis
genommen wurde.
Die Geschichte um die Bauarbeiten im Bürgerhaus, setzten
sich 1997 als Teil der Fastnachtsshow fort.
Während über die Bauarbeiten im Bürgerhaus
weiterhin nur beraten wird, hat sich der Klein-Umstädter
Elferrat entschlossen in seinen wohl verdienten Urlaub zu
fliegen. Am Strand von Florida, wird entspannt und in der Sonne
gebrutzelt.
Der Vorhang öffnete sich und gab den Blick auf das
Bühnenbild und den Elferrat frei. Vor einem als
Strohhütte umgebauten Elferratstisch, saß der Elferrat
im knappen Sommerdress am Strand, allen voran der
Elferratspräsident, der sich mir einem eiskalten Pina Colada
in der Hängematte räkelte.
Von diesem "Strand" aus wurde die 4. Fastnachtssitzung des
Kerbvereins abgehalten. Hierbei war ein deutlicher Umbruch im
Verhalten des Publikums zu bemerken. Auf der einen Seite viele
verhaltene Zuschauer die sich relativ ruhig verhielten und auf
der anderen Seite sehr viele Zuschauer, die es vor Begeisterung
kaum auf den Sitzen hielt. Der Kerbverein, war dabei sein eigenes
Stammpublikum aufzubauen und sich zu sichern.
Schon im darauffolgenden Jahr wurde dies offensichtlich, als sich
der Vorhang zur 5. Fastnachtssitzung des KV´89 öffnete
und das Publikum schon beim Erblicken des Bühnenbildes in
einen Beifallssturm ausbrach.
Das Weltall, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 1998.
Dies sind die Abenteuer des Raumschiff Kerbverein, das mit seine
11 Mann starken Besatzung unterwegs ist, um neue Witze zu
entdecken, neue Büttenredner und neue Tanzgruppen. Viele
Lichtjahre von der Erde entfernt, dringt die Kerbverein in
Galaxien vor, in denen nie zuvor ein Narr gewesen ist...
Der Elferrat als Raumfahrer verkleidet, flog direkt von seinem
Urlaub in Florida hinaus ins Weltall. Das Bühnenbild
präsentierte eine Ansicht von fernen Galaxien und einem von
Lichtern blitzenden Elferratstisch.
Alles unter dem Motto: "Mit Helau und viel Applaus, fliegen wir
ins All hinaus." Übertragen wurde die Sitzung direkt aus dem
All.
1999 schließlich betrat wieder einmal ein
"Ersatzelferrat" die Fastnachtsbühne.
"Sehr verehrte Damen und Herren, seid über einem Jahr
ist das Raumschiff Kerbverein in den tiefen des Alls unterwegs.
Aufgrund einiger Navigationsfehler war es der elfköpfigen
Besatzung unter dem Kommando ihres Elferratspräsidenten
nicht möglich rechtzeitig zur diesjährigen
Fastnachtssitzung zurück zu sein. Da sich das Raumschiff in
der Nähe einiger Subraumstörungen befindet, bietet sich
die Möglichkeit der Video- und Audiokommunikation, so wie im
letzen Jahr leider nicht.
Deshalb, hat der Kerbverein Klein-Umstadt weder Kosten noch
Mühen gescheut, um einen mehr als adäquaten Ersatz zu
organisieren.
Und hier ist er, begrüßen sie ihren heutigen
Gastgeber,....."
PETRUS !
Der Elferratspräsident (seid 1994 meine Wenigkeit) trat
als Petrus verkleidet vor den Vorhang, begrüßte unter
tosendem Applaus das Publikum und öffnete mit seinem
goldenen Schlüssel das Tor zum Garten Eden. Der Vorhang
öffnete sich und man sah nun den restliche Elferrat als
Engel verkleidet über die Bühne "hüpfen".
Zitat ´Odenwälder Bote´: Präsident
Jörg Heil erschien zunächst als Petrus vorm
närrischen Himmelstor, zu dem er den Schlüssel hatte.
Wenn es einen Petrus im Himmel gibt, dann sieht er ganz bestimmt
so aus, wie der Kloa-Imschder Präsident. Sein Outfit
entsprach in allen Nuancen einem, na ja, wie man sich halt so
einen Petrus vorstellt.
Kaum war der Schlüssel gedreht, schon öffnete sich der
Vorhang und gab den Blick frei auf den närrischen Garten
Eden , in dem sich eine quietschfidele Engelsschar tummelte.
Husch husch, ab auf den Elferratsstuhl und schon ging es los mit
dem ersten Höhepunkt...
Soweit so gut, doch in der Pause passierte es, der Oberteufel
höchstpersönlich übernahm die Sitzung und die in
der Pause völlig umgestaltete Bühne.
´Odenwälder Bote´: Jetzt erschien der
Präsident als Luzifer und wurde, per Motorrad, zur
Bühne gefahren. Eine absolut tolle Nummer und nur noch mit
dem Motorradauftritt von Meat Loaf in der "Rocky Horror Picture
Show" zu vergleichen.
So wurde die Himmlische Fastnacht mit einer teuflisch guten
Sitzung ein absolutes Highlight, wie es das Bürgerhaus
selten erlebt hat.
Vor restlos ausverkauftem Haus, wurde diese Sitzung ein Wahnsinns
Erfolg, von dessen Bühnenshow viele noch heute
schwärmen.
Das Jahr 2000 sollte die Rückkehr des Elferrates mit sich
bringen, doch wieder einmal, kam es völlig anders.
Die Sitzung wurde mit einem eigens gedrehten Kurzfilm
eingeleitet. Leider machte die Tonanlage Zicken, sodass der
Sitzungspräsident Jörg Heil, die Bilder live
dokumentieren musste.
Als sich der Vorhang öffnete, wurde der Blick auf ein
riesiges Labor frei, in dem ein Professor und sein kleiner,
buckliger Diener rege damit beschäftigt waren eine
Zeitmaschine in Gang zu setzen.
Mit Hilfe von Professor Dr. Johann von
und seiner Maschine, wollte der Kerbverein den Elferrat
zurückholen, noch bevor dieser verschwand.
Doch der Professor hatte andere Pläne. Zusammen mit seinem
getreuen Diener Igor benutzte er die Maschine um seinen eigenen
Elferrat aus der Zeit zu holen und die Fastnachtsitzung an sich
zu reißen.
So fanden sich Graf Dracula, Billy the Kid, Abraham Lincoln,
Boris Becker, Pabst Johannes Paul, Heinz Becker ,der Dahlai
Lahma, Julius Cäsar und Charlie Chaplin auf Klein-Umstadts
Bühne ein und begleiteten den wahnsinnig gewordenen
Professor durch die Sitzung.
Doch nach der Pause passierte es. In einem unbeobachteten
Augenblick, versuchte Igor die Zeitmaschine ohne die Hilfe seines
"Meisters" zu bedienen, doch dieses Vorhaben ging gründlich
daneben.
Nach einem Kurzschluss betraten nicht mehr die Auserwählten
des Professors die Bühne sondern 11 Frauen, die die Maschine
selbstständig aus der Zeit geholt hatte.
Angeführt von Marilyn Monroe betraten nun Morticia Adams,
Steffe Graf, Heidi, Cleopatra, Else Kling, Brigite Bardot, Dolly
Buster, Kriemhild von Burgund, Madonna und Mutter Theresa die
fastnächtliche Bühne von Klein-Umstadt.
Und trotz eines wahnsinnigen Professors und einer durchgeknallten
Zeitmaschine wurde die Sitzung ein voller Erfolg.
Doch der Kurzschluss an der Zeitmaschine sollte weitreichende
Folgen haben...
......... denn auch der uns bekannte Zeitrahmen war betroffen.
Der Klein-Umstädter Elferrat, irgendwo im All verschollen,
wurde aus seinem Raumschiff heraus quer durch die Zeit gerissen.
Ohne zu ahnen wo hin, wurde der Elferrat durch die Jahrhunderte
geschleudert, immer auf der Suche nach seinem Zuhause. Die elf
tapferen Narren, hatten keinen Einfluss darauf wo sie stoppten
und wann ihre Reise weiterging.
Als sich 2001 einmal mehr der Vorhang zum Beginn der
Klein-Umstädter Fastnachtssitzung öffnete, befand sich
der Elferrat weit draußen auf dem Meer in einer längst
vergangenen Zeit. Nach einigem Durcheinander wurde den wackeren
Männern schnell klar, dass sie sich auf einem Drachenboot
der Wikinger befanden. Unterwegs hatten sie den einen oder
anderen Narren aus ihren Reihen verloren, dafür aber neue
Freunde gefunden und so machten sich, Dirk Eckhardtson "der
Schlächter", Benny Knöllson "der Reitende", "der
Araber" Daniel Iben Mustafa el Sehl, Julian Siorson "der
Durstige", Sascha Blitzsensen "der Außensitzende", Dirk
Stadtfeldson "der Heiler", Holgerson Schwarzsensen "der
Dürre", "der Gallier" Danielix Heilix, Armin Heilson "Der
Wallach" und Alexanderson Buchheimersen "der Landbesteller" unter
der Führung ihres "Elferratspräsidenten": Jörg
Heilson "der Blonde", daran dem Klein-Umstädter Volk seine
Fastnachtssitzung zu bieten. Zuerst verlief alles reibungslos,
doch dann meinte es Gott Odin nicht gut mit unseren mutigen
"Wikingern". Der diesjährige Fastnachtsspruch "Wir ham die
Fastnacht im Griff, auf dem Wikingerschiff" bewahrheitete sich
leider nicht.
Man hatte den Abend über mit erheblichen Tonproblemen bei
Ansagen und Vorträgen zu kämpfen, so dass die Sitzung
bei weitem nicht so positiv verlief, wie sie hätte verlaufen
sollen.
Zu allem Überfluss, wurde der Elferrat nach Beendigung der
Sitzung, kurz nachdem die "Dancing Bulls" sich die Kleider vom
Leib gerissen hatten, wieder in die Zeit geschleudert.
Wieder einmal, wussten sie nicht wohin die Reise ging. Trotzdem
waren sie guter Hoffnung im Jahre 2002 nach Hause zu finden, oder
zumindest von Tonproblemen verschont zu bleiben....
...ein weiteres mal wurde der Elferrat durch die
Jahrhunderte geschleudert und wieder wusste keiner der Narren
wohin die Reise sie diesmal führen sollte. Stets mit der
Hoffnung nach Hause zu finden erfüllt, landeten sie
schließlich im Lande von Tut-Ench-Amun, Cleopatra und
Ramses. Mitten im alten Ägypten. Und da die
Klein-Umstädter Fastnachtssitzung mal wieder vor der
Tür stand, bemühten sich unsere elf Narren trotz der
Hitze und den Unmengen von Sand in Schuhen, dem Narrenvolke Ihre
Fastnachtssitzung sie bieten. Und so hieß es im Jahr
2002:
"Kloa-Umscht versinkt im Wüstensand, Fastnacht
im Ägypterland"
Diesmal blieb das Publikum von Tonproblemen
verschont, aber trotzdem muss irgendwo ein heißer
Wüstenwind Sand in die ein oder andere Hallenanlage geweht
haben. Denn diesmal war es die Hallenbeleuchtung, die uns einen
Streich spielte und sich eine Zeit lang nicht dimmen
ließ. Ein Beleg auch dafür das wir jedes Jahr mit
weiteren Problemen in der zusehends maroden und dringend
sanierungsbedürftigen Halle zu kämpfen haben.
Mit einer kleinen Verspätung startete
schließlich die 9 te Fastnachtssitzung des Kerbvereins.
Zitat ´Odenwälder Bote´: Das nun
zu sehende Bühnenbild entschädigte allerdings für
die Wartezeit, denn der Anblick einer Pyramide, umgeben vom
dunkelblauen Sternenhimmel war fantastisch gemalt. Zudem
präsentierte sich der Elferrat vor diesem Hintergrund in
ebenso tollen ägyptischen Gewändern.
Ohne nun übertreiben zu wollen, kann man
behaupten, dass bei dieser Sitzung wirklich ein Höhepunkt
den anderen jagte. Ausnahmslos jeder Programmpunkt kam
bombig an und obwohl in diesem Jahr das Männerballett die
Dancing Bulls, wegen kurzzeitiger Ausfälle nicht dabei war,
waren Veranstalter und Publikum gleichermaßen von der voll
und ganz gelungenen Sitzung begeistert.
Lediglich der Elferrat musste sich mit seinem
Schicksal abfinden, als sie ein weiteres Mal vom Zeitstrudel
erfasst durch die Jahrhunderte geschleudert wurden.
Aber wo immer sie auch landen würden,... die
Klein-Umstädter sollten dabei sein!
Wir schreiben das Jahr 2003! Zumindest in
Klein-Umstadt. Denn für den Elferrat des Kerbvereins
läuft die Uhr schon lange anders. Sekunden werden zu Tagen,
Monaten oder gar Jahrtausenden. Die Zeit läuft vor und
wieder zurück oder überspringt ganze Epochen. Die
Zeitmaschine von Professor Nötigenfalls treibt ihr Spiel mit
unserem Elferrat. Während die unkontrollierbare Maschine
unsere Narren durch die Zeiten schleudert, versuchen Spezialisten
des Kerbverein sie wieder unter Kontrolle zu bringen. Doch noch
ist keine Hoffnung in Sicht. Und so landet der
Klein-Umstädter Elferrat ein weiteres Mal in einer
längst vergangen Zeit...
Der Vorhang öffnete sich zur mittlerweile 10
ten Sitzung des Kerbverein und das Publikum erblickte das
"gewaltige" Bühnenbild. Wieder einmal hatte man bei der
Gestaltung viel Kreativität an den Tag gelegt. Mit Jeder
Menge Farbe und Holz, hatte man aus dem Elferratstisch eine alte
Ritterburg samt Zugbrücke und trotziger Türme
gezaubert.
Zitat ´Odenwälder Bote´: Eins muss
man dem Klein-Umstädter Kerbverein lassen, kein anderer
verein ist in der Gestaltung seines Elferrates so kreativ wie
eben die Kloa-Imschder
Auch wenn man diesmal mit all den Macken und
Defekten im Klein-Umstädter Bürgerhaus klar kam, hatte
man dieses mal mit einigen Ausfällen im Elferrat zu
kämpfen.
Aber der Sitzungspräsident, wusste die
Lücken in seinem Elferrat geschickt mit dem
diesjährigen Sitzungsthema zu verbinden.
Sicherlich ist Ihnen aufgefallen, dass wir heute
Abend leider nur zu neunt vor Ihnen stehen.
Nun ja, eine Zeitreise ist voller Tücken und
sehr gefährlich. Da geht hier und da auch mal Jemand
verloren, oder es passieren ungeahnte Dinge. Und so geschah es,
dass Lady Sabrina vom Ritt gleich nach unserer Ankunft hier von
einem Drachen entführt wurde.
Sogleich schickte ich den Ritter unter uns, der die
meisten Lanzen sein Eigen nennt, Sir Lance a lot hinaus, um sie
zu befreien. Doch noch sind sie nicht zurückgekehrt.
Auch das Männerballett war in diesem Jahr
wieder mit dabei und so konnte man ein weiteres Mal auf eine
überaus gelungene Fastnachtssitzung zurückblicken.
Und während der Kerbverein mit seinen
Gästen den Abend feucht fröhlich in der Bar ausklingen
ließ, wurde unser bedauernswerter Elferrat wieder einmal
von der defekten Zeitmaschine erfasst und davon gerissen...
Im Jahre 2004 feierte der Klein-Umstädter
Kerbverein mit seiner 11 ten Fastnachtssitzung ein kleines
närrisches Jubiläum. Für diese
Jubiläumssitzung, hatte der Kerbverein, sich wieder etwas
Besonderes einfallen zu lassen. Zum einen begann die Sitzung 20
min. früher und war so um einige Programmpunkte reicher, zum
anderen setzte sich ein weiteres Mal die Geschichte um den
Klein-Umstädter Elferrat und seine unfreiwillige Zeitreise
fort. Im Rahmen der Fastnachtssitzung, wurden die jeweiligen
Sitzungshälften, mit Kurzfilmen eingeleitet. Im Gegensatz zu
dem kleinen Kurzfilm aus dem Jahr 2000, in dem ältere
Sitzungen in Rückblenden gezeigt wurden, hatte
Elferratspräsident Jörg Heil diesmal eigens ein
Drehbuch für die Filme geschrieben. Diese Filme wurden dann
mit Hilfe einiger Amateurakteure und www.mein-film.de umgesetzt. Die
Dreharbeiten verschlangen einen kompletten Tag und die
Nachbearbeitung von Andreas Steinlein (www.mein-film.de) sogar mehrere
Wochen.
Schließlich war der 31.01.04 gekommen und im
ausverkauften Saal des Bürgerhauses, wartete das Publikum
auf den Beginn der Jubiläumssitzung des Kerbvereins.
Im Saal erlosch das Licht, der Vorhang
öffnete sich und gab den Blick auf eine große Leinwand
frei, auf der nun der erste der beiden Kurzfilme begann.
Zitat ´Odenwälder Bote´: Selbst
gedrehte Kurzfilme von herausragender Qualität...
Beide Filme waren im Stil von Mysterie-Sendungen
gehalten. Ein Moderator begrüßte nun das Publikum und
erzählte von mysteriösen und fantastischen
Geschichten.
So beginnt der erste Film mit der Sendung: Mysterien des
Jahrtausends.
Moderator:
Die Zeit, eine von Menschen geschaffene Maßeinheit, die so
klar und doch immer wieder geheimnisvoll erscheint.
Sicherlich, wenn Sie auf die Uhr blicken scheint es
eindeutig...
die Zeit verläuft gleichmäßig und
auch wenn Sie uns manchmal unterschiedlich lange vorkommt, in
gleichmäßigen Schritten.
Aber ist das wirklich so oder glauben wir das nur,
weil unsere Uhren uns dies sagen?
Werfen wir einen Blick auf das geheimnisvolle
verschwinden des Raumschiffs Kerbverein.
Vor sechs Jahren, brach die elfköpfige
Besatzung des Raumschiff
Kerbverein auf... in unendliche Weiten, um
neue Witze zu entdecken, neue Büttenredner und neue
Tanzgruppen . Als sich das Schiff im darauffolgenden Jahr auf dem
Heimflug befand, verschwand es zusammen mit seiner Besatzung
spurlos.
Was war geschehen?
Der Moderator schaltete nun Live ins
"Kerbverein-Labor". Dort Erklärte Dr. Gustav Eisenkeil
(Thorsten Fuchs) die genauen Ursachen für das verschwinden
des Raumschiff Kerbverein. Und versuchte die Frage zu
klären, wo sich der Elferrat aufhält. Danach ging es
zurück zur Mysterie-Sendung, wo der Moderator zu dem Schluss
kam, dass die Frage nun nicht länger sei: Wo ist der
Elferrat,... sondern wann?
Nun schloss sich noch einmal für kurze
Augenblicke der Vorhang und als sich dieser wieder öffnete,
gab er den Blick auf eine große Felshöhle und eine
Scharr von Steinzeitmenschen frei, die mit Keulen und Knochen
wild über die Bühne stapften. Sitzungspräsident
Jörg Heil begrüßte sein Publikum nun aus der
Steinzeit, in die es unseren Elferrat diesmal verschlagen hatte.
Trotz der begrenzten Möglichkeiten dieser Epoche, wurde dem
Klein-Umstädter Publikum eine technisch einwandfreie
Sitzungshälfte geboten, in der ein Programmpunkt den anderen
jagte. Schon zur Pause war klar, bis auf einige unterschiedliche
Geschmäcker im Publikum, war die Sitzung dabei ein
grandioser Erfolg zu werden.
Auch die zweite Sitzungshälfte wurde nun mit
einem Kurzfilm eingeläutet, die mit "Mysterien des
Jahrtausends" begann.
Moderator:
Herzlich willkommen zurück bei Mysterien des
Jahrtausends.
Wir befassen uns ein weiteres mal mit dem
Verschwinden des Raumschiff Kerbverein.
Nachdem die Wissenschaftler des Kerbvereins nun
wissen, dass; der verschollene Elferrat von Prof.
Nötigenfalls´s Maschine durch die Zeit geschleudert
wird, ist ihnen Erstaunliches gelungen.
Der Moderator schaltete wieder ins
"Kerbverein-Labor", in dem Dr. Eisenkeil zuerst zeigte, wo sich
der Elferrat in den letzten Jahren aufhielt. Danach die
Sensation...
Doktor:
Wie ich soeben erfahren habe, ist es uns gelungen
die Zeitmaschine unter Kontrolle zu bekommen und den Elferrat zu
erfassen, wir werden nun versuchen ihn in sein Raumschiff zurück zu transportieren.
Nun bekam das Publikum das Innere des Raumschiff
Kerbverein zu sehen, in das gerade die Besatzung transportiert
wird. Das Raumschiff befreite sich aus der temporären
Kausalitätsschleife und wurde nun Richtung Erde
geschleudert. Die erstaunten Zuschauer konnten nun verfolgen wie
das Schiff abstürzte und einen Wahnsinnscrash auf das
Bürgerhaus hinlegte.
Ein absolut phantastisch gemachter Film, dessen
Effekte ausnahmslos am PC von
www.mein-film.de entstanden.&
Die zweite Sitzungshälfte begann nun an
der Absturzstelle des Raumschiff Kerbverein.
Auf der Bühne wurde nun in dichtem Rauch ein
demolierter Elferratstisch, eine eingerissene Wand und das
riesige Raumschiff Kerbverein NX-1501 sichtbar. Davor lag der
Elferrat auf der Bühne verstreut, in seinen ramponierten
Raumanzügen.
Nachdem unsere Raumfahrer einige Minuten
verschnauft hatten, begrüßte der
Sitzungspräsident ein weiteres mal sein Publikum.
Upps, ham wer jetzt es Bürgerhaus demoliert?
Naja, ist eh schon seit Jahren kaputt....
So setzte sich nun die Jubiläumssitzung von
der Absturzstelle des Raumschiffes fort.
Neben vielen Höhepunkten, den Auftritt aller
vereinseigenen Tanzgruppen und der Rückkehr von
Fastnachts-Urgestein, Peter Dyroff, wurde an diesem Abend zum
ersten Mal der Hausorden des Kerbvereins vergeben. Alle Aktiven,
die in diesem Jahr das elfte Mal bei der Fastnacht des Vereins
dabei waren, durften diesen entgegen nehmen.
Mit den Dancing Bulls und allen Akteuren des
Abends, feierte man schließlich ein grandiosen Finale, bei
dem die Gäste völlig außer sich auf den Tischen
zu Buddy´s "Ab in den Süden" tanzten.
Ein weiteres Mal kann der Klein-Umstädter
Kerbverein voller Stolz auf eine ausverkaufte Sitzung und ein
begeistertes Publikum zurück blicken.
Und noch während stundenlang im Saal getanzt
und gefeiert wurde, mag der ein oder andere schon sehr gespannt
darauf gewesen sein, wie die Abenteuer des Elferrats wohl weiter
gehen...
Das Jahr 2005 läutete nicht nur die 12. Sitzung des Kerbvereins ein, sondern
auch die 700 jährige Ersterwähnung Klein-Umstadt´s
und somit die 700 Jahr Feier des Ortes. So kam nun für den arg gestressten und
mitgenommenen Elferrat nach seiner beschwerlichen Zeitreise, nun endlich auch
einmal die Gelegenheit sich zu verkleiden und Fastnacht zu feiern. Allerdings
mit dem faden Beigeschmack, dass man die Fastnachtssitzung aus verschiedenen
organisatorischen Gründen in diesem Jahr, an einem Freitag feiern musste. Nicht
desto trotz waren die narren zuversichtlich und so betraten die Gäste am 14.01.05 voller Erwartung
das Bürgerhaus.
Aufgrund der 700 Jahr Feierlichkeiten im Ort, wurde dies auch zum Sitzungsthema auserkoren. Wie immer war der Vorhang geschlossen, als die närrische Scharr auf den Beginn der Sitzung wartete. Unter einem Tusch trat Sitzungspräsident Jörg Heil, in mittelalterlicher Kleidung, vor den Vorhang und begann dem Publikum die Geschichte vom Klein-Umstädter Schlauer Ochs zu erzählen. Als er dann an der Stelle angekommen war, an der die Klein-Umstädter Ratsherren den Dorfochsen die Stadtmauer hinaufzogen, öffnete sich der Vorhang und gab den Blick auf den Elferrat frei, der eben gerade mit erwähnter Tat beschäftigt war.
Unter großem Applaus, nahm der Elferrat seinen Platz ein und der närrische Reigen begann. Im Gegensatz zu den letzten Jahren ohne große Extras wie z.B. Filme, sondern dem Thema angepasst einfach nur närrisch und fast schon klassisch.
In diesem Jahr wurde ausschließlich mit 1 A Büttenreden und
hervorragenden Tanzgruppen überzeugt. Und während sich bei den Vorträgen das
Publikum teilweise vor lachen nicht mehr halten konnte, boten die Tanzgruppen
klasse Choreografien und eine perfekte Musikauswahl. Außerdem wurde innerhalb
des Kerbvereins eine weitere Tanzgruppe gegründet, die Zuckerpuppen,
die sich schon einmal für die Fastnachtssitzung 2006 ankündigen ließen. Auch
ein Gesangspart war seit einigen Jahren wieder einmal vertreten und Nina
Scherer, die Viele im Publikum schon vom Winzerfest kannten, zog mit ihrer
Stimme alle in ihren Bann. Als dann die Dancing Bulls zum Abschluss mit Stefan Raab´s Space Taxi die Bühne
stürmten gab es im Saal kein halten mehr. Es wurde noch lange gefeiert und die
Bar war noch bis zum frühen Morgen überaus gut besucht. Und während alle sich
schon auf die nächste Sitzung freuten, musste der Saal noch in der gleichen
Nacht geräumt und geputzt werden.
Das Jahr 2006 sollte für den Klein-Umstädter Elferrat wieder einiges an Aufregung mit sich bringen. Denn, wie mittlerweile schon Tradition, spann man mit der Geschichte um den Elferrat geschickt einen roten Faden zu den vorangegangenen Fastnachtssitzungen. Zu Beginn verkündete eine düstere Stimme, man hätte wieder eine Spur zu dem schon lange verschollenen und untergetauchten Übeltäter Prof. Nötigenfalls gefunden:
Wir schreiben das Jahr 2006. Vor 2 Jahren, gelang es Wissenschaftlern des Kerbvereins, unter Leitung von Dr. Sturmfried Eisenkeil, den in der Zeit gefangenen Elferrat zurück zu holen. Der für die unfreiwillige Zeitreise Verantwortliche Professor Nötigenfalls ist weiterhin spurlos verschwunden. Zwar konnte der Elferrat im letzten Jahr ausgelassen seine Fastnachtssitzung und das 700 jährige Bestehen Klein-Umstadts feiern, aber der dunkle Schatten des schizophrenen Professors liegt noch immer drohend über dem Elferrat und seinem närrischen Treiben. Vor einigen Wochen dann, wurde der treue Diener des Proffesors, der bucklige Igor, vom Geheimdienst des KVK aufgespürt. Endlich hatte man eine lang ersehnte Spur zum verschwundenen Professor gefunden. Um dem Schrecken ein für alle Mal ein Ende zu bereiten, machte sich der Klein-Umstädter Elferrat auf und verfolgte die Spur bis in das ferne Rumänien. Tief hinein in die wilden Gebirge der Karpaten und das gefürchtete Transsylvanien. Dort gelang es Kontakt zum unheimlichen Dr. Tod aufzunehmen, der vorgab den Aufenthaltsort von Nötigenfalls zu kennen. Was der Elferrat nicht wusste,... die vermeintliche Spur, war eine geschickt ausgelegte Falle ! Und während Professor Nötigenfalls ein weiteres Mal fliehen konnte, gelang es seinem neuen Verbündeten Dr. Tod, die Klein-Umstädter Fastnachtssitzung an sich zu reissen !
Langsam öffnet sich der Vorhang und gab den Blick auf einen uralten, von Nebelschwaden durchzogenen, Friedhof frei, auf dem Igor gerade damit beschäftigt war einen Sarg zu schließen: Ich wünsche wohl zu ruhen mein Graf! Gleich darauf betrat Elferratspräsident Jörg Heil als Dr. Tod, ganz in schwarz gewandet und mit rot leuchtenden Augen, die fastnachtliche Bühne. Dem begeisterten Publikum stellte Dr. Tod nun seinen schaurigen Elferrat vor, der sich aus seinem Diener Igor, Morticia Adams, dem Unsichtbaren, Jason Vorhees, der weißen Frau, dem Werwolf, dem schwarzen Abt, der Mumie, dem Boogeyman und einem Unbekannten, noch im Sarg ruhenden, elften Mitglied zusammen setzte. Gleich zu Beginn der Sitzung heizten die jungen Mädels von Funky Fresh (ehemals Dreamgirls) dem närrischen Publikum mächtig ein, bevor des Teufels Großmutter (Dirk Eckhardt) schließlich ihr ganzes Wissen Preis gab und das Fastnachtsprotokoll verlass. Als Clou, hatte zuvor der Unsichtbare, wie an Fäden gezogen, die Bütt zur Bühnenmitte gebracht. Weiter ging es mit den tanzenden Gästen, Girls in Motion, aus Groß-Gerau von denen es dann nahtlos zum ersten Auftritt des Karnevalnachwuchses überging. Die Bütt betrat nun der gerade mal 9 Jahre alte Jannik Eckhardt, der einen geradezu sensationellen Auftritt hinlegte. Wie ein alter Hase brillierte er in der Bütt und begeisterte das Publikum dermaßen locker, dass er den Anschein erweckte, als würde er den ganzen Tag nichts anderes machen.
Nach dem Schunkelwalzer platzte mit Peter Dyroff ein Kontrollör vom Ordnungsamt in die Sitzung um das närrische Treiben nach strengsten Vorgaben zu überprüfen. Nun folgte eine "Mini-Playback-Show" bei der ein weiteres Mal das Können des Vereins-Nachwuchses zum Tragen kam, neben Julia Schöpfel als Nena brachte Jannik Eckhardt als Frank Zander erneut das Publikum zum Toben. Anschließend erzählten der leicht übergewichtige und verwöhnte Rassepudel Napoleon (Jörg Heil) und sein Gegenüber, der kleine Strassenköder Jack (Daniel Heil) so manch Witziges aus ihrem Hundeleben. Wobei es mal wieder die Gebrüder Heil traf als, das einzige Mal am Abend, der Ton Probleme machte. Nichts desto trotz ein gelungener Auftritt, bei dem die Beiden in ihren wuscheligen Hundkostümen ordentlich ins Schwitzen kamen. Die neue Tanzgruppe des KVK, die Zuckerpuppen läuteten schließlich mit ihrem parodistischen Tanz zu EAV´s "Fata Morgana" die Pause ein. Eine rundum gelungene erste Hälfte ging zu Ende und das Publikum erwartete gespannt die weiteren Programmpunkte.
Zu Beginn der zweiten Hälfte stellte Dr. Tod nun sein geheimnisvolles letztes Elferratsmitglied vor, das sich zum Tanz der Outer Limits aus seinem Sarg erhob. Niemand geringeres als der gefürchtete Graf Dracula. Dabei setzten die Outer Limits wieder einmal Maßstäbe, als sie zeigten, wie man mit einfachsten Mitteln, einer tollen Optik und einer auf Show abgestimmte Choreografie, eine 1 A Tanzperformance hinlegen kann.
Als Bauersfrau betrat anschließend Simone Sior die Bütt, die sich danach noch mit Stadtfrau Monika Weidner ein musikalisches Duell lieferte.
Einen sensationellen Auftritt bot Wibke Wenzel, die den Titelsong des Bette Midler Film´s "The Rose" in einer so grandiosen Art zum Besten gab, dass das Publikum aus dem Staunen gar nicht mehr herauskam . Als Sie dann noch eine Version von "I will always love you" zum Besten gab, die selbst Whitney Houston in den Schatten stellte, waren sich alle einig... Deutschland sucht den Superstar? Tja, dann müssen sie nur nach Klein-Umstadt kommen. Wir haben ihn!
Bauer Julian Sior berichtete ein weiteres Mal von den Tücken des Landlebens bevor die Klein-Umstädter Besuch aus der TV-Landschaft erhielten, als mit den Keschelschneckschärn die Insassinnen des Frauenknastes die Fastnachtsbühne betraten. Die Damen taten sich sichtlich schwer damit, ihre widerspenstige Oberweite in Zaum zu halten, von der man fast glauben konnte, sie würde sich zur Musik bewegen.
Seinen zweiten und ebenfalls perfekten Auftritt an diesem Abend, legte Peter Dyroff als "fliegender Hausmeister" hin. Bei den Schilderungen seiner Arbeitstätigkeiten blieb kein Auge trocken.
Nun sollte das Finale folgen, doch leider musste Igor dem enttäuschten Publikum beibringen, dass das Männerballett die Dancing Bulls in diesem Jahr nicht zur Verfügung standen. Als dann die Heißen Schlüpfer des Seniorenstiftes aus Billings zu Udo Jürgens "Aber bitte mit Sahne" über die Bühne tippelten, wurde dem Publikum schnell klar, dass es sich bei diesen alten Damen doch wohl eher um ein paar ausgeflippte Männer handelte. Spätestens bei der Zugabe, zu der die "Omi´s" wie wild zu Sodom´s Heavy Metal Version von "Aber bitte mit Sahne" abrockten und dabei ihre Spazierstöcke als Gitarren benutzten, war Jedem klar, dass die Dancing Bulls hier im Spiel waren.
Mit dem Finale und einer Polonaise endete ein unterhaltsamer Abend, der noch bis in die frühen Morgenstunden, in Bar und Saal ausklang.
2007 hatte der Kerbverein viele vereinsinterne Ausfälle zu kompensieren. Krankheit, berufliche sowie familiäre Verpflichtungen, sorgten dafür, dass es an Büttenreden und an Helferpersonal fehlte. Trotzdem gelang es dem Kerbverein ein 1 A Programm auf die Beine zu stellen. Durch kurzfristig geknüpften Kontakt zum SV Reinheim, der ebenfalls mit größeren Ausfällen zu kämpfen hatte, konnte man den Austausch von Büttenreden organisieren. Auch hatte man durch diverse Änderungen das Programm abwechslungsreicher gestaltet. Neben dem Musiker Jörg Ratz, der den langjährigen Fastnachtsmusiker ELREBO ersetzte, hatte man auch erstmals eine fünfköpfige Band zu Gast. Sitzungspräsident Jörg Heil hatte mit der Saarländischen Parodie- und Comedyband "SCHAAFA SÄMPF" Kontakt geknüpft und diese für die Sitzung engagiert. Am 27.01.2007 war es dann soweit. Voller Spannung wartete das närrische Publikum darauf, wie sich die Geschichte um den Klein-Umstädter Elferrat fortsetzen würde. Der Vorhang öffnete sich und ein Einleitungsfilm flimmerte über die Leinwand. In kurzen Sätzen wurde auf die letzten Fastnachtsjahre eingegangen, bis man vom Außenreporter "Peter Silie" der sich in Rumänien aufhielt, etwas Neues über den Elferrat erfuhr: "Ich befinde mich hier in Hunedoara in Transylvanien und wie es scheint hat ein Sonderkommando des Klein-Umstädter Kerbvereins eine Spur ihres entführten Elferrates gefunden. Über die genauen Hintergründe herrscht vorerst eine Informationssperre um den Elferrat nicht unnütz zu gefährden. Auch von Seiten der Rumänischen Regierung und des Kommandostabes des KVK ist zum jetzigen Zeitpunkt nichts Neues zu erfahren. Das war Peter Silie in Hunedoara!" Anschließend war eine Sitzung des Kebvereins zu sehen, bei der beschlossen wurde für den noch verschwundenen Elferrat Ersatz zu suchen, um den Klein-Umstädtern Ihre Fastnachtssitzung zu bieten.
"Meine Damen und Herren, da der Klein-Umstädter Elferrat zum momentanen Zeitpunkt nicht zur Verfügung steht, hat der Kerbverein keine Kosten und Mühen gescheut um für den heutigen Abend einen würdigen Ersatz zu finden.
Sie begannen ihre Karrieren als Moderatoren des Radiosenders "Kanale Anale". Der eine war vor 7 Jahren mit seinem damaligen Partner Jacques Babsack Gast in unserer Bütt, der andere feierte Erfolge mit "Schwule gute Nachtgeschichten".
Mittlerweile sind die beiden ein Team und die Top-Stars der internationalen Fernsehunterhaltung. Heute Abend sind die Beiden ihre Gastgeber bei unserer Samstagabendshow KVK-TV."
Als lustige Schwule betraten Daniel und Jörg Heil die Bühne, wo Ihnen von ihrem Praktikanten Adonis Popokles alias Holger Schwarz auch gleich zwei Narrenkappen gebracht wurden um in närrische Stimmung zu kommen. "...kokettierten mit bully-ger Schwuchteligkeit und dem Allesmussichmachr..." (Zitat: Main Echo) Nun wurde das Publikum mit einem dreifach donnernden Klein-Umstadt Helau auf die Sitzung eingestimmt und die jüngste Tanzgruppe des KVK die Funky Fresh betraten als Zebras die Bühne. Weiter ging es mit Protokoller Dirk Eckhardt, der als Tagesschausprecher eine super Figur machte. Die Gaststars SCHAAFA SÄMPF, eine Parodie- und Comedy Band war einer der Höhepunkte des Abends und brachte das Publikum mit Leichtigkeit zum Toben. Neben "Ich kotz nach Brandwein" und "Super Puper" gaben Tim Rakete, Der Reiseleiter, Osiris Os Mo, Kaiser Roland und Doktor Sämpf den Song "Dynamo" zum Besten. Das Publikum war begeistert und sang lauthals mit. Anschließend stieg das jüngste KVK-Talent Jannik Eckhardt als Harry Potter in die Bütt und hatte die Lacher klar auf seiner Seite. Leider machte auch an diesem Abend einmal mehr die Technik Probleme und das ein oder andere Mikrofon musste getauscht werden, wobei der eingeplante Videoprojektor völlig den Geist aufgab. Aber nach 13 Jahren als Sitzungspräsident, war es für Jörg Heil ein leichtes die Probleme ironisch zu überspielen und die Videoinfos einfach ins Programm einzusprechen.
Mit den närrischen Knochen kam nun zum ersten mal eine Schwarzlichttanzgruppe ins Klein-Umstädter Bürgerhaus. Die tanzenden Skelette waren eine Anblick für sich, wie sie über die Bühne wirbelten. Kurz vor der Pause betrat nun der Reinheimer Helmut Späth die närrische Bütt. Früher schon mit dem bekannten Kölner Botterblömsche aufgetreten, ließ er routiniert einen Bombenwitz nach dem anderen hoch gehen und sorgte für Lachkrämpfe im ganzen Saal. Die Pause wurde dann von den Keschelschneckschärn eingeleutet, die eine Musikandenstadl-Playbackshow zum Besten gaben und dabei tatkräftig von Peter Dyroff unterstützt wurden.
Dieser leitete auch als Märchenonkel die zweite Sitzungshälfte ein, als er das Märchen von Alice im Wunderland erzählte. Schließlich öffnete sich der Vorhang und die Outer Limits tanzten als Alice gekonnt über die Bühne des Klein-Umstädter Bürgerhauses. "Witz komm raus, du bist umzingelt !" hieß es dann bei Julian Sior, bevor die Zuckerpuppen des KVK als Bollywood Schönheiten das Publikum ins entfernte Indien entführten. Der erst Nachmittags für den erkrankten 1.Vorsitzenden des KVK Gregor Koch eingesprungene Wolfgang Arnold, war in der Bütte gewohnt stimmgewaltig, als er von seinen Erlebnissen als Hochzeitsreisender berichtete. Nun war wieder der SCHAAFA SÄMPF an der Reihe, die mit den Songs "Ich hab einen Hammer", "Heyahhoo" und der Ballade "Mutter" den Saal ein weiteres Mal zum Kochen brachten. Nach dem "Fernsehbedingten" Werbeblock hieß es Fit for fun mit den Independent Girls, bevor e zeit für die letzte Büttenrede des Abends war. Simone Sior berichtete mit viel Wortwitz von ihrem Urlaub in Bayern, bevor die Dancing Bulls mit der Unterstützung von Jannik Eckhardt als Playbacksänger eine astreine Modenschau mit Abendkleid, Sommerdress und heißen Dessous aufs Parkett legten. Mit dem Finale ging ein, obwohl mit Technikproblemen und Personalausfällen gespickter, trotzdem überaus gelungener Abend zu Ende. Bis zum Morgengrauen wurde weiter gefeiert und man darf darauf gespannt sein, wie der Elferrat die Strapazen der "Entführung" wohl überstehen wird.
Am 12.01.2008 war es dann endlich soweit. Um 19.11 Uhr verdunkelte sich der Saal des Klein-Umstädter Bürgerhauses und die Stimme von Elferratspräsident Jörg Heil erklang: "Meine Damen und Herren, im Jahre 2006 wurde der Klein-Umstädter Elferrat Opfer einer Entführung. Im letzten Jahr begrüßten Sie daher an dieser Stelle Jean van Hindenei und Knud Hinterstößer. Bereits während der Sitzung, gelang es einem SEK des KVK den Elferrat zu befreien. Dieser erholt sich allerdings noch von den Strapazen und pausiert daher in diesem Jahr. Der Kerbverein hat aber wieder einmal keine Kosten und Mühen gescheut um einen würdigen Ersatz zu finden.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß am heutigen Abend."
Somit war klar, dass die Klein-Umstädter wohl noch ein wenig auf ihren Elferrat warten müssen. Neugierig erwarteten die Klein-Umstädter daher, was nun auf sie zukommen sollte...
Plötzlich erklang die allseits bekannte Titelmelodie der bekannten Muppet Show und langsam öffnete sich der Vorhang um den Blick auf das goldene Logo der Show frei zu geben. Wie nicht anders erwartet, öffnete sich am Ende des Titelsongs das O im Logo und gab den Blick auf Gonzo den Großen frei, der wieder einmal vergeblich versuchte seiner Trompete einen normalen Ton zu entlocken. Nun ging alles recht schnell. Der Vorhang öffnete sich komplett, zwei Bühnenarbeiter entfernten das Logo und mit begeisterten "Applaus, Applaus, Applaus !" Rufen betrat Kermit der Frosch die Bühne um das närrische Klein-Umstädter Publikum zu begrüßen. Im "Elfer-" bzw. "Neunerrat" hatten neben Kermit (Holger Schwarz) und Gonzo (Armin Heil), Miss Piggy (Ramona Stein), Fozzy Bär (Dominik Mihlan), der dänische Koch (Gerhard Sturmfels), das Tier (Daniel Heil), Floyd (Wolfgang Sior) und in der Loge Walldorf (Jörg Heil) und Stadtler (Dirk Stadtfeld) Platz genommen. Wie gewohnt fingen die beiden älteren Herren und Stammgäste der Muppet Show auch gleich damit wie wild zu Pöppeln und Kermit erst einmal das närrische Zepter zu entreißen um ihrerseits die Show zu moderieren.
Diese begann dann auch gleich mit einem Banraub und der KVK Tanzgruppe "Funky Fresh" die als Banräuber einen Tanz zu Justin Timberlakes "Sexy Back" aus Parkett legten.
Weiter ging es mit dem grandiosen Ersatz-Protokoller Peter Dyroff, der sich als wahres Reimgenie beweisen konnte. Direkt nach seinem Protokoll, versteigerte er einen limitierten Kalender des KVK Männerballetts "Dancing Bulls" die sich im Sommer zu Gunsten der Deutschen Kinder Krebshilfe erotisch - lustig ablichten ließen. Ganze 130,-€ erbrachte der Kalender, den alle Mitglieder des Männerballetts eigens signiert hatten.
Mit der fantastischen Darbietung der "Firebirds" der SCV-Schwedengarde Stockstadt, die zu diversen Falco Songs aus dem Musical "Falco meets Amadeus" eine Choreografie ablieferten wie man sie nicht alle Tage zu sehen bekommt. Das Publikum tobte und verlangte lauthals nach einer Zugabe, die selbstverständlich dargeboten wurde. Anschließend betrat mit dem 10 jährigen Jannik Eckhardt ein Nachwuchstalent des KVK die Bütt, das mit der Rede "Mein Vater der Fastnachter!" glänzte. Nach einer kurzen Schunkelrunde mit Alleinunterhalter Jörg Ratz, lud die chinesische Köchin Silvia Draut zu einem Kochkurs der besonderen Art ein. In Rekordzeit brachte der Gaststar von der Gernsheimer Weiberfastnacht den Saal dazu, eifrig den "grooooßen Fiiiisch" in einem "groooßen Diiibbbe" mit zu kochen. Tosender Applaus war ihr gewiss. Weiter ging es mit grandiosen Gästen aus Groß-Zimmern. Die "Soul Dancers" vom Killer Sports Club, lieferten einen mitreißenden Tanz im Hip Hop Stil, der so manchem Profichoreographen zur Ehre gereicht hätte.
Nach der Pause betrat erstmals in der Geschichte der Klein-Umstädter Fastnachtssitzung der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Klein-Umstadt die Bühne und animierte den ganzen Saal zu eifrigem Mitklatschen. Einen Sketch der etwas anderen Art lieferten Simone Sior (KVK) und Helmuth Späth (Reinheim) in der Kulisse eines Allgemeinklos. Ohne Text, einzig auf Pantomime basierend ein echter Knaller. Ebenfalls auf diesem "stillen Örtchen", ging es weiter, als Jörg Heil alias Walldorf die Loge verließ um auf offener Bühne in dem dort befindlichen Klohäuschen sein Geschäft zu verrichten. Doch zu seinem Erstaunen und dem des Publikums, wurde die Toilette plötzlich lebendig (Daniel Heil) und so lieferten sich die beiden ein Zweigespräch bei dem ein Gag den anderen jagte. Das ganze wurde dann mit musikalischen Einlagen von Marco Gunst, dem Cousin der beiden gespickt. Passend zu diversen Gags erklang es zum Thema Klimawandel z.B.: "...wir könns von weitem sehn, Holland wird untergehn und Köln wird Hafenstadt mit Meerblick." Ein Auftritt der anderen Art, der mit tosendem Applaus bedacht wurde und an dessen Ende sich Jörg Heil auf Knien bei der Tontechnik dafür bedankte, dass es zum ersten Mal seit 5 Jahren bei einem Auftritt von ihm und seinem Bruder nicht zu Tonproblemen kam.
Mit dem Tanz der "Zuckerpuppen" vom KVK, die zu Olaf Hennigs "Cowboy und Indianer" und Möhres "Caipirinja" tanzten, bekam die Sitzung noch einmal einen zusätzlichen gute Laune-Touch der bei Akteuren und Publikum gleichermaßen gut ankam und einen begeistert mitklatschenden Saal hinterließ.
Nach der zusätzlichen Raucherpause ging es ohne große Ankündigung direkt mit den Independet Girls des KVK weiter, die als "Dance Company of the Muppet Show" eine furiose Tanzeinlage der besonderen Art ablieferten.
Weiter ging es mit Lachsalvengarant Helmuth Späth der als Spaßvogel ein weiteres Mal die Lacher auf seiner Seite hatte.
Nach einem weiteren Auftritt des Musikzuges der FFW, stürmten die "Outer Limits" vom KVK als Hommage an Quentin Tarantinos Film "Kill Bill" in den berühmten gelb-schwarzen Kostümen der "Braut", die Bühne. Die Kostüme hatte Tarantino seinerseits als eine Hommage an Bruce Lee erwählt. Ein Augenschmaus, der mit einigen akrobatischen Kampfsporteinlagen zu begeistern wusste. Nach einer weitern Schunkelrunde, war man beim Höhepunkt der Fastnachtssitzung angelangt.
Die "Dancing Bulls"(KVK Männerballett) betraten, angelehnt an Monty Pythons "Ritter der Kokosnuss", als masochistische Mönche den Saal. Auf ihrem Weg zur Bühne "schlugen" diese sich mit einer ordentlichen Holzplatte rythmisch auf den Schädel. Dort angekommen tanzten die Mönche zu "Sieben Tage" von den Bots und "Schaut" von der saarländischen Kultband Schaafa Sämpf, um sich letztendlich bei der Zugabe zu Möhres "Nakidei" ein weiters Mal die Klamotten vom Leib zu reißen. Das tosende Publikum war kaum noch zu bremsen und so ging mit einer heißen Zugabe und dem großen Finale eine fantastische und durch weg gelungene Sitzung zu Ende, die mehr als nur Appetit auf das nächste Jahr machte.
Frei nach dem Song der Gebrüder Heil und Cousin Gunst: "Wir sehn uns auf de nächste Fassenacht!"