Pressestimmen:
Mundstuhl (13.10.2007)
JubilÀumsgastspiel von Mundstuhl brachte Saal zum toben

(Jo) Zehn Jahre sind jetzt schon vergangen, seitdem das Duo "Mundstuhl" wie ein Faustschlag ins Licht der Öffentlichkeit trat. ZunĂ€chst waren nur die kurzen Radiospots zu hören, dann machten sich Lars Niedereichholz und Ande Werner daran, den Erfolg auch Live in großen SĂ€len zu suchen. Mittlerweile sind sie eine der lustigsten Comedians Deutschlands geworden und fĂŒllen auch große Hallen. So war es auch in Klein-Umstadt, beim JubilĂ€umsgastspiel, das unter dem Motto "Höchststrafe" stand. Die EchopreistrĂ€ger, mit inzwischen 1 Million verkaufter CD's, waren schon einmal im BĂŒrgerhaus zu sehen und fĂŒhlten sich an diesem Abend fast schon wie zuhause. Wie ein Taifun fegten ab 20 Uhr die Slapstick-Einlagen ĂŒber die Köpfe der zahlreichen Zuschauer hinweg. Aber Abducken half wenig, der nicht ganz alltĂ€gliche Humor ließ keinen ungeschoren. Allerdings, das Publikum wollte den total abgefuckten Witz und es bekam ihn.
Die "Mundstuhl" Jungs zeigten auch nach 10 Jahren keinerlei ErmĂŒdungserscheinungen. Sie sind immer noch voll auf "Dragan und Alder" abgefahren und kokettieren zudem immer noch mit den ganz alltĂ€glichen "Ossi-Plattenbau-Problemen" der Ein-Job-Freundinnen Peggy und Sandy: Obwohl Peggys Ă€ltester Sohn Justin mittlerweile eine ordentliche Kurzhaarfrisur hat und stets festes Schuhwerk trĂ€gt, macht sich Peggy immer noch Sorgen. In Justins Zimmer hat sie 23 blaue Briefe aus den letzten 6 Wochen gefunden und seine neue KISS-TĂ€towierung ist noch immer nicht fertig (Das K und das I fehlen).
SelbstverstĂ€ndlich sind die Erfinder der Kanack-Comedy "Dragan und Alder" aktueller den je, immerhin haben die beiden vor kurzem ihren ultrakorreggden Hausschuhabschluss gemacht. So wĂŒtend wie noch nie zeigt sich auch der stĂ€ndig ausrastende Andi und die beiden unnachahmlich soften Friedensaktivisten von "No Presssure", prĂ€sentieren ihren aktuellen Integrationshit "Wir sind nett zu dunkel hĂ€ufigen Menschen". Das Klein-UmstĂ€dter Publikum durfte sogar netterweise mitsingen.
Stark auch die ErzĂ€hlung von Alder, wie er einem "voll korreggdem" TeppichhĂ€ndler die uralten Perserteppiche seiner Oma andrehte und dafĂŒr einen Flokati-Flickenteppich erhielt. Allerdings musste er diesen nach dem Baukastenprinzip selbst zusammenbauen, denn das Fell zum Teppich haftete noch auf den Meerschweinchen, die ihm der "voll korreggde" GeschĂ€ftsmann ĂŒberlassen hatte. Auch die Sache mit der Lastwagenladung voll Marlboro Zigaretten ging fĂŒr Alder schief. Statt von nun an im Geld zu schwimmen, musste er die Glimmstengel selber rauchen, denn niemand wollte seine Marlboro Ultra. Da könne man ja gleich hinter einem Raucher herlaufen und dessen Rauch einatmen, denn das wĂ€re dann ebenfalls "Ultra". Hart an der Schmerzgrenze war auch schon die Geschichte vom "geteilten Land". Wie beim hessischen Asterix Band "Hiwwe und DrĂŒwwe", der sich mit den Frankfurtern und Offenbachern befasst, gibt es auch hier eine "Demarkationslinie". Anstatt des Mains ist dies im UmstĂ€dter Land die B 45. Der Live Report aus der Nervenheilanstalt entwickelte sich zu einer SexualaufklĂ€rung der kosmischen Art. Aber weniger fĂŒr den Sexualkundeunterricht in der Schule geeignet.
Die beiden können auch Instrumente spielen und bekamen fĂŒr ihren Gitarrenritt, den Alder inszenierte und der von Dragan perfekt auf der Melodica begleitet wurde, stĂŒrmischen Applaus.
SpÀter sollte es noch besser kommen, denn beim Lied "Wir werden alle mit dem Bus geholt", verfiel der Saal in ein kollektives Klatschen und hÀtte jeder Faschingsveranstaltung Ehre gemacht.
Nach dieser narrhallamĂ€ĂŸigen Slapstickeinlage beschĂ€ftigte man sich noch mit der globalen ErderwĂ€rmung. "Die Pole schmelzen" rief Alder in den Saal. "Was", erwiderte Dragan, "die Polen stehen doch am Frankfurter Hauptbahnhof und bieten ihre Arbeit an, fĂŒr 2,50 Euro die Stunde!"
Selbst die Vorstellung der zu erwerbenden Fanartikel machten die beiden noch zu einer glamourösen Comedyshow. Wer jetzt keine CD oder ein Mundstuhl-T-Shirt kaufte, der musste wohl ohne Geld nach Klein-Umstadt gekommen sein. Denn, wer kann schon solch einem schlitzohrigen Werbefeldzug widerstehen.

Text: Johmann

OdenwÀlder Bote
16.10.2007

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