Pressestimmen:
Fastnachtssitzung (31.01.2009)
D├Ąmonentanz, M├Ąnnerballett und ein Heiratsantrag begeisterte das Klein-Umst├Ądter Fastnachtspublikum

(Jo) In diesem Jahr gab es auf der Klein-Umst├Ądter Narrenb├╝hne des Kerbvereins keinen Kampf der Welten und niemand musste von einer Zeitreise zur├╝ck auf die Fastnachtsb├╝hne gebeamt werden. Es gab auch keinen Elferrat, daf├╝r war die B├╝hne nun frei f├╝r die Aktiven, wobei insbesondere die Tanzgruppen vom neuen B├╝hnenformat profitierten. Durch das Programm f├╝hrte demzufolge auch kein Pr├Ąsident, sondern das h├╝bsch kost├╝mierte Duo Silvia Hoffmann und Simone Sior. Musikalisch umrahmte die gro├če Schau des Humors einmal mehr Entertainer J├Ârg Ratz am Keyboard.
Das Herz der Zuschauer eroberte nun im Sturm die Nachwuchsgruppe des Kerbvereins, die "Peanuts". In feschen Fastnachtskost├╝men und perfekt als kleine niedliche M├Ąuse geschminkt, tanzten sie ganz kess und fast ohne Lampenfieber ├╝ber die B├╝hne. Es gab viel Applaus und nat├╝rlich noch eine Zugabe. Von seinem Opa, der jetzt Rentner ist, aber kaum noch Zeit hat, erz├Ąhlte in der B├╝tt der zw├Âlfj├Ąhrige Jannik Eckhardt. Was wollte der Opa nicht alles machen, wenn er endlich Rentner sei. Sogar kochen wollte er. Da aber, so der Nachwuchsjecke, der bereits zum 4. Mal in der B├╝tt stand, w├Ąre inzwischen die ganze Familie schon verhungert. Als fesche "Knastie-Truppe" wirbelte jetzt die Tanzgruppe "Funky Fresh" vom Kerbverein ├╝ber die B├╝hne. Die B├╝hne war ├╝brigens in bayrischen Farben geschm├╝ckt, denn der Abend stand unter dem Motto: "So wie im Hofbr├Ąuhaus in Bayern, wollen wir heut die Fastnacht feiern!".
Dirk Eckhardt kam jetzt als Dicker in die B├╝tt, der sich schon l000 mal gewogen hatte, aber dann auch l000 mal entsetzt war als er den Zeiger ganz nach oben schnellen sah. Er wusste aber auch warum das so war. "Jedes bi├čchen Stress setzt bei mir Fett an", rief er in den Saal. Am Ende kam er zur viel umjubelten Einsicht: "Ich bleib, wie ich bin!" Von Dorndiel nach Klein-Umstadt gekommen waren die "Dance Bunnies", eine schicke Gardetanzgruppe aus dem kleinsten Stadtteil von Gro├č-Umstadt. An diesem Abend aber kamen sie ganz gro├č heraus und das Ansager-Duo rief enthusiastisch: "Endlich wieder nach Jahren ein Gardetanz im B├╝rgerhaus!". Christoph Visone, Sohn des ber├╝hmten "Pizzab├Ąckers" aus Eppertshausen, wurde nun lautstark begr├╝├čt. Der Junior gab sich in der B├╝tt als "e'Dabbesje" zu erkennen und erntete mit seinem Vortrag wahre Lachsalven im Saal.
Mindestens ebenso perfekt wie der vor Weihnachten kommerziell so ber├╝hmt gewordene Michael Hirte spielte der Klein-Umst├Ądter Ernst Knust die Mundharmonika. Seine romantischen Hitparadenmelodien entz├╝ckten das Publikum, das gar nicht genug von diesen romantischen T├Ânen bekommen konnte. Bei Altmatador Gregor Koch riss alleine dessen Outfit das Auditorium zu Begeisterungsst├╝rmen hin. Als fesche Alte erschien er in der B├╝tt und es folgte nun ein Feuerwerk von Witzeleien. Von nun an wurden die Lachmuskeln arg strapaziert.
Gerade erst sind in Amerika die Wahlen vor├╝ber, schon erschien eine "Abordnung aus den Staaten" auf der Klein-Umst├Ądter Fastnachtsb├╝hne. Das Outfit der Tanzstars aus Gundernhausen, als "Stars and Stripes" Gruppe, war allererste Fastnachtssahne. Ein weiterer Pluspunkt im Programmreigen.
Nach der zweiten und letzten Pause wurde auf der Klein-Umst├Ądter Fastnachtsb├╝hne noch einmal so richtig Gas gegeben. Die "Outer Limits" boten eine t├Ąnzerische Performance, die etliche Tanzgruppen beim allj├Ąhrlichen Fastnacht-Fernsehhit "Hessen lacht zur Fassenacht", h├Ątten ganz sch├Ân alt aussehen lassen.
Was hier Leiterin Verena Steinlein auf die B├╝hne zauberte, das kann man ganz einfach nur als fantastisch bezeichnen. Eine Choreografie, die bis aufs "I-T├╝pfelchen" ausgekl├╝gelt war und ein Augenschmaus f├╝r alle Zuschauer war. D├Ąmonen bev├Âlkerten in einem imagin├Ąren Wald die B├╝hne und entf├╝hrten einige der Darsteller in die Welt der Schatten. G├Ąbe es einen Oscar f├╝r Tanzgruppen, die Gruppe um Verena Steinlein h├Ątte ihn zweifelsohne verdient gehabt. Zur├╝ckgeholt aus dem Tal der D├Ąmonen wurden die Besucher der Fremdensitzung durch den Auftritt von Klaus Herzig und Martin M├╝ller. Die Gaststars aus Gundernhausen boten eine exzellente Show des gesanglichen Humors. Mit dem Roberto Blanco Hit "Ein bisschen Spa├č muss sein", ├╝ber "Zum Abschied en Klumpe", bis hin zum umgetexteten Hit von Chris Roberts, "Man muss nicht immer 17 sein", bedienten die beiden das ganze Spektrum der feuchtfr├Âhlichen deutschen Hitparade. Ein Knaller, bei dem jeder mitmachen musste und nat├╝rlich auch mitmachte. Da blieb kein Auge trocken. Ein t├Ąnzerisches Highlight war jetzt der Auftritt der legend├Ąren "Independent Girls". Diese Klein-Umst├Ądter Gruppe wird durch Neuzug├Ąnge immer wieder verj├╝ngt. So ist sie eine zeitlose Wegbegleiterin der Klein-Umst├Ądter Fastnacht. Die t├Ąnzerische Einlage der Girls war ebenfalls ein absoluter Knaller und die Kost├╝me eine Augenweide. Helmut Sp├Ąth, Gastb├╝ttenredner aus Reinheim und in Klein-Umstadt ein stets gern gesehener Dauergast lie├č die W├Ąnde des B├╝rgerhauses durch die von ihm ausgel├Âsten Lachsalven immer wieder erbeben.
Der Showdown blieb an diesem Abend wieder einmal den "Dancing Bulls" vorbehalten, dem M├Ąnnerballett des Kerbvereins. Schon beim Einzug, der wie aus Marmor gemei├čelten g├Âttlichen K├Ârper, ert├Ânte aus den Zuschauerreihen lautstark der Ruf der weiblichen Neandertaler-Aktivistinnen: "Ausziehn!!!" Zwar waren die maskulinen Gestalten nicht in Felle geh├╝llt, aber alleine der Gedanke an die weit zur├╝ckliegende Eiszeit weckte die Urinstinkte der weiblichen Gehirnzeilen: "Fleisch!"
Na ja, ganz so ├╝bertreiben wollen wir es nicht, das M├Ąnnerballett ist halt ganz einfach eine Wucht und da kann es schon mal vorkommen, dass die weibliche Solidargemeinschaft die Contenance vergisst. Daf├╝r ist ja auch Fastnacht da und die Helden auf der B├╝hne h├Ątten es ganz bestimmt schmerzlich vermisst, wenn ihnen nicht der Ruf des Urweibs entgegen geschallt w├Ąre: "Ausziehn!!!" Aber, die "Dancing Bulls" verstehen es nicht nur, der Frauenwelt durch ihre muskelgest├Ąhlten K├Ârper animalische Entz├╝ckungsschreie zu entlocken, sie bieten auch Romantik pur.
"Dancing Bull" Mitglied Andreas K├Ąmpfer fand in Frankfurt sein Gl├╝ck, denn er lernte dort Sybille Neumann kennen. Einen Tag vor der Sitzung hielt es die Holde nicht mehr in der Stadt der Banker, sie wollte es bodenst├Ąndiger und zog in den Ort, wo die Liebe wohnt, nach Klein-Umstadt.
Und was kann es sch├Âneres f├╝r einen "Dancing Bull" geben, wenn er seine Liebe im Kreise seiner "Br├╝der" offenbart. So rief denn Andreas K├Ąmpfer seine Sybille auf die B├╝hne und fragte sie vor den Kumpels und all den Zuschauern im Saal: "Willst du mich heiraten?" Die so ├ťberraschte war schier fassungslos und hauchte ein ├╝bergl├╝ckliches "Ja, ich will" in das Mikrofon.
Ein ebenso einzigartiger, wie gelungener Abschluss einer Veranstaltung, von der Generationen sp├Ąter noch erz├Ąhlt werden wird.

Bild und Text: Johmann

Anhang: odenwaelder_bote_2009-02-02.pdf


Odenw├Ąlder Bote
02.02.2009

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