Pressestimmen:
Fastnachtssitzung (23.01.2010)
B├╝rgermeister gl├Ąnzte als Retter der leeren Stadtkasse in der Klein-Umst├Ądter B├╝tt

(Jo) Die Klein-Umst├Ądter haben bei ihrer Fastnacht die Ruhe weg. Eine halbe Stunde vor Beginn der 17. Fastnachtssitzung waren die St├╝hle im Saal noch relativ gering ausgebucht. Aber welch Wunder, kurz vor Beginn der Sitzung str├Âmten die Besuchermassen und pl├Âtzlich waren alle St├╝hle von einer ├╝berwiegend kost├╝mierten Narrenschar besetzt.
Wieder sa├č J├Ârg Ratz, der Entertainer der Keyboardtasten, an seinem geliebten Instrument und Punkt 19.11 Uhr lud er die G├Ąste im B├╝rgerhaus zur ersten Schunkelrunde ein. Das war ein stimmungsvoller Einstieg und schon erschien der erste Programmpunkt auf der B├╝hne. Die beiden Moderatorinnen, Simone Sior und Sylvia Hoffmann durften die j├╝ngste Tanzgruppe des Kerbvereins, die "Peanuts" ansagen. Als Cheerleaders machte der Nachwuchs seine Sache perfekt. Die Zuschauer zeigten sich begeistert und klatschten beim Hit "Heut is so a sch├Âner Toag" ausgelassen den Takt mit.
Die Eltern waren im Urlaub und der Nachwuchs hatte Zuhause sturmfreie Bude. Jannik Eckhardt ist immer noch aufgrund seines Alters die Nachwuchshoffnung der Klein-Umst├Ądter Fastnacht. Mittlerweile ist er aber schon sturmerprobt in der B├╝tt und Lampenfieber f├╝r ihn ein Fremdwort.
Jannik nutzte die Abwesenheit der Eltern nat├╝rlich sofort aus. Party bis der Arzt kommt war angesagt, oder wie in diesem Fall, bis die Eltern ├╝berraschend fr├╝her aus dem Urlaub zur├╝ckkehrten.
Eben noch waren sie auf dem Lufthansa Airport und wenig sp├Ąter landeten sie auf der Fastnachtsb├╝hne im B├╝rgerhaus. Die flotte Stewardessen-Crew des Kleest├Ądter Gymnastikvereins wirbelte in feschen Uniformen gekonnt ├╝ber das Parkett. Nat├╝rlich mussten sie dem Publikum eine Zugabe gew├Ąhren.
Ein weiterer H├Âhepunkt k├╝ndigte sich vor der ersten Pause in der Klein-Umst├Ądter B├╝tt an. Unter den Ehreng├Ąsten weilte n├Ąmlich auch B├╝rgermeister Joachim Ruppert und der gab an diesem Abend erstmals ein Gastspiel in der B├╝tt.
Der B├╝rgermeister erwies sich als exzellenter Finanzjongleur, der die Stadtkasse wieder in die Gewinnzone bringen will. Kommt ein s├Ąumiger Steuerzahler zum Rathaus um wegen seiner Steuerschulden um Gnade zu bitten, muss er erst einmal den Nacktscanner passieren, ob er nicht doch noch irgendwo einen Euro versteckt hat.
Viel Geld bringe bekanntlich die Hundesteuer und noch mehr die Steuer f├╝r Kampfhunde. Also was tun? Kurzerhand wird jeder Hund auf der Steuerkarte zum "Hund mit Biss" umfunktioniert auch wenn dem Dackel bereits das Gebiss fehlt. Egal, Hauptsache die Steuerkasse jubelt.
Gro├č-Umstadt sei bekanntlich die heimliche Kulturhauptstadt des Landkreises. Aber, Kultur kostet Geld. Also wird ein Kulturamtschor gegr├╝ndet und Umstadt sucht ab sofort selbst das Supertalent und von jetzt an hei├čt es in Gro├č-Umstadt anstatt "DSDS" nunmehr "USDS" ("Umstadt sucht den Superstar").
Nach der Pause fetzten die "Independent Girls" in feschen Kost├╝men zu rockigen Rhythmen ├╝ber die B├╝hne. F├╝r den st├╝rmischen Applaus bedankten sich die Girls mit einer Zugabe.
Witz auf Witz folgte jetzt bei Christoph Visone. Der Gast aus Eppertshausen sorgte mit seinen Gags aus "Malle" f├╝r wahre Lachsalven im Saal, auch wenn manchmal das drahtlose Mikrofon ab und zu Vulkanausbr├╝che in der Lautsprecheranlage ausl├Âste. Ein Problem, das der Tontechniker an diesem Abend leider nicht ganz wegretuschieren konnte.
Nachdem J├Ârg Ratz das Auditorium mit dem Hit "Ich bin der K├Ânig von Mallorca" auf der Begeisterungsskala wieder nach oben katapultiert hatte, folgte der Zug der Kleest├Ądter Trauerweiber.
Das schwarz gekleidete Sextett vom benachbarten Gymnastikverein trat als "Priamsel-Chor" auf. Bei ihrem coolen Grabsteingesang rollten beim Publikum die Lachtr├Ąnen wie ein Lavastrom.
Als "blauer Blitz vom Zillertal" stieg danach Dirk Eckhardt vom Kerbverein in die B├╝tt. Seine Erlebnisse als Skilehrer waren allererste Fastnachtssahne. Bei der wedelnden Damenwelt auf den Pisten war er jedenfalls hei├č begehrt. Kein Wunder, denn der fesche Bezwinger aller Skipisten war keinem amour├Âsen Abendteuer abgeneigt. Die Hauskapelle spielte dazu: "Ich bin so sch├Ân, ich bin so toll, ich bin der Anton aus Tirol!"
Bevor zur letzten Pause gel├Ąutet wurde, konnte die Narrenschar dem mitrei├čenden Gardetanz der feschen M├Ądels aus Dorndiel zujubeln.
Fesch sahen sie aus in ihren schmucken Kost├╝men und die Darbietung war durchaus fernsehreif.
Begleitet von J├Ârg Ratz sangen jetzt die "Scheppsinger", eine neu gegr├╝ndete Gesangsgruppe des Kerbvereins Klein-Umstadt, ihre Lieder von der Waterkant. Dirk Eckhardt und sein achtk├Âpfiger Frauenchor riss die Besucher f├Ârmlich von ihren Sitzen. Begeistert klatschten alle den Rhythmus mit, wie bei "T├╝r an T├╝r mit Alice". Den Hit von Howard Carpendale hatte der Chor umgetextet in "Im B├╝rgerhaus ist Fastnacht, da gehen wir alle hin". Toll auch der MitmachKnaller "Sieben F├Ąsser Wein". In Klein-Umstadt wurde das zu einem Lied ├╝ber die eigene Fastnacht umgetextet. Alle Lieder begleitete auf seinem Keyboard J├Ârg Ratz. Auch den Hit, den man schon am Anfang geh├Ârt hatte: "Heut is so a sch├Âner Toag".
Sein Talent als Travestiestar stellte einmal mehr Gregor Koch unter Beweis. Als Meerjungfrau war er eine Wucht und seine Witze hat er im Laufe der Jahre doch sehr kultiviert. Auch wenn der eine oder andere Br├╝ller dabei war, bewegten diese sich aber nicht mehr stark unterhalb der G├╝rtellinie. Ein insgesamt fescher Auftritt. Zudem feierte der Fastnachts-Recke an diesem Tag Geburtstag und durfte sich ├╝ber ein St├Ąndchen des Publikums freuen.
Mit den h├╝bschen Damen aus Dorndiel kam jetzt der Broadway nach Klein-Umstadt. Nach dem legend├Ąren Song von Frank Sinatra "New York, New York" schwangen die Damen die roten H├╝te und lie├čen reichlich netzbestrumpfte Beine sehen.
Was w├Ąre eine Sitzung ohne Simone Sior in der B├╝tt. Nat├╝rlich gab sie auch an diesem Abend eine humoristische Einlage auf der Fastnachtsb├╝hne. Als Urlauberin am Nordseestrand hatte sie viel erlebt und so gab es in der B├╝tt auch viel zu erz├Ąhlen. Angefangen vom Bad mit Seehunden in der Nordseeaufzuchtstation, ├╝ber FKK am Nordseestrand, bis hin zur Butterfahrt auf dem Kutter.
H├Âhepunkt des Abends war der Auftritt des M├Ąnnerballetts "Dancing Bulls". Die gestandenen Mannsbilder haben ihre Auftritte mittelerweile choreografisch ausgebaut. Nur rumh├╝pfen und dann auch noch viel nacktes Fleisch pr├Ąsentieren, das war einmal, das ist jetzt out.
Leiterin Tamara Hofmann lie├č ihre Jungs als fesche Marine Offiziere auf der B├╝hne erscheinen. Die Darbietung lief auf hohem Niveau ab und t├Ąnzerisch perfekt. Auch wenn einige enthemmte Damen im Publikum mehrfach "Ausziehn! Ausziehn!" in den Saal riefen. Die Jungs blieben standhaft. Nur die Offiziersjacke opferte man, aber das Feinripp-Unterhemd behielten die Jungs an. St├╝rmischer Applaus belohnte den Auftritt.
Noch einmal kamen jetzt alle Akteure auf die B├╝hne und jubelten dem begeisterten Auditorium zu. Eine Polonaise durch den Saal lie├č die unterhaltsame und vergn├╝gliche Show allm├Ąhlich ausklingen.
Wer will kann sich schon jetzt den Termin f├╝r das n├Ąchste Jahr vormerken. Am 12. Februar 2011 wird zur n├Ąchsten Fremdensitzung des Kerbvereins eingeladen. Es lohnt sich schon jetzt zu reservieren, auch wenn es keinen Fr├╝hbucher Rabatt gibt.

Bild und Text: Johmann

Anhang: odenwaelder_bote_2010-01-26.pdf


Odenw├Ąlder Bote
26.01.2010

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